Workshop mit Lars Amend

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Vor Kurzem dachte ich noch: „Eigentlich wäre es mal wieder schön eine Lesung von Lars Amend zu besuchen.“ Wenig später fand ich eine Mail in meinem Postfach, die ankündigte, dass es einen Workshop zu seinem neuen Buch „Magic Monday – 52 Gründe morgens aufzustehen“ auf der Frankfurter Buchmesse geben würde. Damit fängt es schon an: Die Kraft der Gedanken.

Dennoch muss ich gestehen, was diese Veranstaltung betraf, war ich sehr skeptisch. Ich kannte Lars Amend bisher nur von der Lesung zu „Dieses bescheuerte Herz“  im letzten Dezember. Diese habe ich sehr positiv in Erinnerung. Aber was sollte ich mir unter einem Motivationsworkshop vorstellen? Sollte das so ablaufen, dass man die ganze Zeit erzählt bekommt, wie super das Leben ist und das quasi den gleichen Effekt hätte, als würde man sich auf den Kopf stellen und drei Mal im Kreis drehen? Würde das eine dieser Veranstaltungen werden, bei der man am liebsten sofort wieder gehen möchte? Nein, es war ganz anders. Ich habe mich getraut und wohlgefühlt. Es gab keine trügerischen oder facettenlosen Floskeln, sondern ehrliche Erfahrungen und lebensnahe Geschichten.

Natürlich muss man den richtigen Ansatz finden. Ein Satz wie „Ändere deine Gedanken, dann ändert sich auch dein Leben.“ kann ohne Kontext sehr idealistisch wirken – und einfach falsch. Denn man kann sich bei bestimmten Dingen noch so sehr wünschen, sie wären anders, es wird sich nichts ändern. Allerdings ist das nicht das Wesentliche, worauf es Lars ankommt. Denn was man kann, ist seine Einstellung ändern und sie ins Positive zu wenden. Da muss sich die Sache an sich gar nicht zwingend mit verändern und es verändert sich trotzdem etwas – in einem selbst.

„Zeig der Welt, dass es dich gibt.“
(Lars Amend)

In Erinnerung geblieben ist mir die lebhaft erzählte Schilderung seiner Begegnung mit Paulo Coelho, die von Rolf Schenker geschickt eingefädelt wurde. Ahnunglos öffnete Lars die Tür zum Backstagebereich eines Clubs, in dem er seinen guten Freund Schenker besuchte und traute seinen Augen kaum, als er niemand geringeren als den Erfolgsautor auf der anderen Seite vorfand. Ich konnte mich in diese Anekdote ziemlich gut hineinversetzen, da es mir ähnlich erging, als ich ebenso unerwartet am Vortag einen Anruf von Lars bekam, während ich eine der zahlreichen Hallen der Buchmesse auf der Suche nach interessanten Verlagen durchstreifte. Er fragte, ob ich immer noch an seinem Workshop teilnehmen wollte.
Böse Zungen könnten sagen: Lars kennt eben die richtigen Leute und hatte Glück. Wahrscheinlich ist das sogar so. Aber bedeutet das, dass man selbst nicht die „richtigen“ Leute kennen oder kennen lernen kann?
Wenn man ehrlich ist, muss man diese Frage mit Nein beantworten. Die kleinen Wunder des Alltags gibt es für jeden. Entscheidend ist, dass man ihnen die Möglichkeit gibt, zu geschehen. Das heißt nicht viel mehr, als dass man seiner Umgebung offen und mit Freude gegenübertritt. Irgendwann wird man belohnt. Gerade dann, wenn man nicht damit rechnet, taucht jemand auf, dem es gelingt, dass man die Welt mit anderen Augen sehen kann.

Meine anfänglichen Bedenken lösten sich demnach schon zu Beginn vollständig auf, was größtenteils daran lag, dass Lars sein hervorragendes Talent zum Reden erneut unter Beweis stellte. Er steht nicht als eine übergeordnete Instanz vor seinem Publikum, sondern als Mensch, der seine Wahrnehmung und Ansicht teilen möchte. Zwar erzählte Lars dabei wirklich, wie schön das Leben sein kann, stellte dieses Glück allerdings nicht als etwas dar, was man nur schwer erreichen kann. Und seine Zuhörer dankten es ihm.

Wieder einmal war ich mehr als beeindruckt von der aufrichtigen Art, mit der Lars Gespräche führt. Langeweile, Abwertung oder Lustlosigkeit sind Gefühle und Regungen, die man in seinem Gesicht definitiv nicht finden kann.
Am Ende bleibt zu sagen: Lars Amend ist einfach jemand, mit dem man sich gerne mal auf einen Kaffee – oder Espresso und Kakao – treffen würde!

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