Als der Junge endlich rannte

Hello Friend

Liebe Annie,

obwohl wir uns in ein paar Stunden im sehr geschätzten Frankfurt sehen, fasse ich dir noch schnell in einen kleinen, aber feinen Brief meine Woche zusammen.

Es freut mich, dass du bei deiner musikalischen Weiterbildung in der Alten Oper so viele eindrucksvolle Erfahrungen mitnehmen konntest. Dass Sitznachbarn manchmal komische Ansichten über die Welt haben, sind wir ja gewohnt. Bleibt nur zu fragen, wieso sie sich immer in unserer Nähe aufhalten müssen?
Letztes Wochenende war ich schon wieder im Theater. Dieses Mal habe ich eine ziemlich moderne Version von Schillers Die Räuber gesehen. Ich musste einmal sehr lachen, als die Figur des Franz‘ von dem hinteren Teil der Bühne mit den Worten „Halt, Stopp! Jetzt rede ich!“ hereingestürmt kam. Ich weiß, so witzig ist das gar nicht. Allerdings wirkten diese Worte, die man sonst aus einer schlecht gescripteten RTL II Doku kennt, inmitten von denen, die Schiller in seiner Trägödie vorgesehen hatte, gleichermaßen irritierend wie passend. Es war wirklich gut inszensiert und irgendwie habe ich Gefallen an Theaterstücken im Allgemeinen gefunden. Wie du weißt, steht der nächste Besuch in den kulturellen Hallen bereits fest. Darüber werde ich ein anderes Mal berichten.
Zu einem Theater-Abo wird es trotzdem in der nächsten Zeit nicht kommen.

Während ich schreibe, höre ich zum ersten Mal das neue, grandiose Album von Max Giesinger. Vor zwei Wochen war ich schon musikliebe-mäßig verliebt und bin es immer noch. (Ja, mehr Liebe konnte ich in diesem Satz nicht unterbingen.) Auch die mir noch unbekannteren Lieder haben Potenzial neue Lieblingslieder zu werden. Die Entwicklung, die sich ebenfalls in der Titelwahl des Albums ausdrückt, ist textlich und musikalisch deutlich hörbar und neue Geschichten warten auf ihre Hörer. Es lohnt sich weiterzuverfolgen, wo Der Junge, der rennt ankommen wird.
Natürlich habe ich sofort, nachdem ich deine Kolumne gelesen habe, die Lieder von ihm und Charlie Simpson nacheinander angehört und bin tatsächlich zur selben Erkenntnis gekommen wie du. Es hat viele Ähnlichkeiten; einem gemeinsamen Konzert steht also wirklich nichts im Wege.
Wenn ich gerade bei dem Thema Ähnlichkeiten bin, ist mir vor ein paar Tagen die Band Walking on Cars im Radio begegnet. Aufgefallen ist sie mir, weil mich die Klangfarbe der Stimme des Sängers extrem an Charlies Stimme erinnert hat. Kurz dachte ich sogar, er wäre es.
Ebenfalls zum Soundtrack meiner Musikmessenvorbereitungswoche gehört James Bay. Diesen Künstler würde ich übrigens gerne mal live sehen. Ich weiß, du sagst, er sieht aus wie ein Vampir, trotzdem finde ich, dass sehr viel Talent in ihm steckt. Ein Konzertbesuch würde sich sicherlich sehr lohnen.

Später werden wir sehen, was die Musikmesse uns in diesem Jahr zu bieten hat. Das neue Gelände wird mit Sicherheit eine kleine Herausforderung sein – für mich zumindest. Du findest dich ja besser in unbekannten (und bekannten) Umgebungen zurecht. Erfahrungsgemäß war uns noch nie langweilig, wenn wir über das Messegelände gezogen sind. Somit wird es in diesem Jahr nicht anders sein.

Weiterhin freue ich mich auf den Programmpunkt, der für Montag in meinem, und auch in deinem, Kalender steht: l’aupaire. Nachdem wir noch nicht das Vergnügen hatten, länger als zehn Minuten seiner Musik zuzuhören, freue ich mich sehr auf diesen Abend. Das letzte Mal waren die akkustischen Verhältnisse miserabel, das sollte in einer unserer Lieblingslocations, die du gerne mal Lovefabrik nennst, anders sein. Ob du ihm dieses Mal wohl vorgestellt wirst?

So, ich muss mich langsam fertig machen. Aus guter Erfahrung weiß ich, dass du es nicht so gerne magst, wenn ich dich eine halbe Stunde am Bahnhof warten lasse, weil ich den Zug verpasst habe.

Ich bin gespannt auf neue Abenteuer, bis gleich,
Lauretta

P.S.: Ich soll dir von einer bestimmten Person ausrichten, dass du mir nicht mehr so schlechte Filme wie Titanic 2 empfehlen und damit meine kostbare Lebenszeit vergeuden sollst, sondern dass es besser wäre meine Film-Wissenslücken mit sehenswerten Filmen zu bereichern.

P.P.S.: Auch diese Woche keine großen Neuigkeiten bei den Fletchers; außer, dass sie ihr neues Familienglück genießen.


Was es mit diesen P.S. auf sich hat, könnt ihr in der letzten Hello Friend-Kolumne auf Annies Blog nachlesen!

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