Was wäre, wenn…

Was wäre, wenn du mit all deinen männlichen Lieblingscharakteren befreundet wärst?
Diese Frage hat Henrik mir heute Morgen gestellt und sie hat mich den ganzen Tag nicht losgelassen.

Eigentlich mag ich keine Fragen, die mit Was wäre wenn… anfangen, denn meistens stellt man sie, um eine unzufriedenstellende Situation anhand einer Traumvorstellung zu verdeutlichen.
Was wäre, wenn etwas anders wäre? Was wäre, wenn ich meinen Traum leben würde? Was wäre, wenn ich glücklich wäre?
Fragen, auf die man nur schwer eine Antwort findet, weil man auf ein unbestimmtes Szenario blickt, das sich dem eigenen Einfluss entzieht – weil es zu ungenau ist, zu spät oder einfach nicht möglich.
Doch in diesem Fall ist es anders und für die Beantwortung habe ich mir gerne Zeit genommen, um gründlich nachzudenken.

Also, was wäre wenn?
An der Seite von Jamie Fraser (Outlander) würde ich eine Vergangenkeit kennenlernen, die ich bisher nur aus den Geschichtsbüchern kenne. Wenn überhaupt, denn um ganz ehrlich zu sein, weiß ich über die Geschichte Schottlands nicht viel mehr als das, was ich in Diana Gabaldons Romanen gelesen habe. Historische Ereignisse wären meine Realität und ich stünde vor der Wahl, ob ich versuche etwas zu verändern oder den Dingen ihren Lauf lasse, egal welche Folgen es hätte.
Das Leben in dieser Welt wäre anders als ich es gewohnt bin, auf Strom und fließendes Wasser müsste ich verzichten. Neben den rauen Sitten der Highländer, die ungewohnt und fremd wären, würde ich jedoch den warmen, feinfühligen Charakter von Jamie als Unterstützung haben. Sein Verständnis von Ehre, Verantwortung, Loyalität und vor allem Liebe würden mich wie ein Wegweiser durch alle Situationen und Gefahren führen.

In der Gegenwart würde ich Jace Wayland (City of Bones) in eine Parallelwelt voller Schattenjäger, Dämomen, Hexenmeister, Vampire und Werwölfe begleiten. Alles, was für mich bisher schaurige Erzählungen, an die die Menschen allerdings seit Jahrhunderten glauben, wären wahr. Ich würde Jace auf seinen Missionen begleiten und dabei lernen, wie man mit allen möglichen Waffen kämpft, um das Gute zu beschützen. Jace würde mich mit seiner lockeren Art zum Lachen bringen, doch wenn es drauf ankäme, könnte ich mich auf seine scharfen Sinne verlassen. An ihm gäbe es nicht nur eine Facette zu erforschen, da er ein vielschichtiger Charakter ist.
Und wer weiß, vielleicht würde ich sogar einen Parabatei finden.

Die dystopische Zukunft wäre allein einer einzigen, außergewöhnlichen Figur vorbehalten, die ich noch nicht beim Namen nennen darf. Ich kenne und schätze ihn allerdigs sehr für den Mut, eine ganze Welt in Frage zu stellen und für die eigenen Ideale zu kämpfen. Er besäße die Geduld mir Dinge solange zu erklären, bis ich sie verstanden habe. Ihm könnte ich blind vertrauen, selbst wenn er es sich nicht nehmen lassen würde sich mit Hilfe seiner Fähigkeiten den ein oder anderen Spaß mit mir zu erlauben. Mit seine charmanten Lächeln sieht er einfach zu gut aus, um ihm nicht verzeihen zu könenn.

Es wäre verlockend diesen – meinen – Liebdlingscharakteren zu begegnen und mit ihnen ein Leben zu führen. Damit stünde ich wohl vor der Frage, der sich jede weibliche Protagonsitin in diesen Büchern gegenüber sieht: Würde ich für all das mein eigenes Leben, wie ich es kenne, aufgeben und meine Familie und Freunde verlassen. Ich würde die ganze Normalität, die mein jetziges Leben mit sich bringt, auf jeden Fall vermissen.
Wenn ich überall dort leben würde, wäre mein Leben mit Sicherheit ziemlich turbulent. Ich hätte immer etwas zu tun und Langeweile wäre etwas, an das ich mich nur schemenhaft als etwas aus einem vergangen Leben erinnern würde.

Jeden Tag würde eine neue Seite – beschrieben oder weiß – auf mich warten, um mir einen Weg zu zeigen.
Moment…
Ich kann jeden Tag oder Abend mein Buch nehmen und genau in diese Welten eintauchen. Oder ich kann das, was die Figuren für mich ausdrücken, in irgendeiner Weise zu Papier bringen. Durch das Lesen und das Schreiben muss ich mich nicht entscheiden, nichts aufgeben oder zurücklassen, um darin einzutauchen. Ganz im Gegenteil, ich gewinne so viel mehr als nur ein Leben mit einer dieser Figuren. Sie alle bereichern mein Leben auf ihre ganz persönliche Weise. Ich verbringen mehr als nur reine Lesezeit mit ihnen, denn ich denke über sie, ihre Geschichte und Entwicklung nach. Und ich spreche darüber.
Ob es nun Jamie, Jace und all die anderen Charaktere sind, denen ich in den Geschichten anderer oder meinen eigenen begegne, sie zeigen mir etwas, was ich noch nicht kenne. Was ich von ihnen lerne, nehme ich mit in meine Realität und setze es, unbewusst oder bewusst, jeden Tag aufs Neue um.
Sie sind da, wo ich auch bin – selbst wenn ich das Buch zuklappe.

„You don’t have to do this alone.“
(Bellamy Blake – The 100, Season 2, Episode 16)

 


Also, Henrik, was wäre wenn du in einer deiner Lieblingsbuch-Welten leben könntest?

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Ein Gedanke zu “Was wäre, wenn…

  1. Hallo Laura!
    Dass du jetzt gleich eine Antwort auf die Frage in der Form gibts, hätte ich mir eigentlich denken können. Aber um so überraschter bin ich, wie viele Gedanken du darum gemacht hast und dass du auf meine „Was wäre, wenn..“-Frage geantwortet hast.

    Du bekommst auch eine Antwort. 😀

    Liebe Grüße
    Henrik

    Gefällt 1 Person

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