Als wieder Jäger und Sammler unterwegs waren

Hello Friend

Hello Annie,

genau genommen hätte ich diesen Brief auch mit der Überschrift „Als aktuelle Ereignisse meine Kolumne ruinierten“ versehen können. Diese Kolumne diente bisher dazu, bestimmte Themen anzusprechen, die uns meistens Spaß bereiten oder einen gewissen Unterhaltungwert haben. Deswegen habe ich wirklich lange überlegt, ob ich die gestrigen Ereignisse von München wirklich ausblenden kann. Fakt ist, es geht nicht.
Ich bin erschüttert und sprachlos über die hohe Gewaltbereitschaft, die im Moment herrscht. Ganz egal, welche Motive einen Menschen dazu bringen, zu so einer Tat fähig zu sein. Persönliche Amokläufe sollten genauso wenig stattfinden wie geplante Terroranschläge. Ich denke, es möchte niemand in einer Welt leben, in der man ständig Angst haben muss. 
Hoffentlich werden die Hintergründe aufgeklärt, sodass München in den nächsten Tagen wieder ein bisschen zur Ruhe kommen kann. Die Verarbeitung der Ereignisse bei allen Betroffenen wird wohl noch eine ganze Weile dauern.
Eine ganz andere Sache war und ist wohl die Art und Weise, wie damit umgegangen wurde. Während die Polizei München ihren Twitter-Feed dazu nutzte, um handfeste Informationen zu liefern, Menschen aufzuklären und Angst zu nehmen, wurden durch genau das gleiche Medium viele Halb- und Unwahrheiten verbreitet, die die Situation für alle nicht leichter gemacht haben. Vielleicht sollte man darüber ebenfalls kurz nachdenken.

So viel dazu, jetzt mache ich wie gewohnt weiter.

Du hast es wirklich geschafft, dass ich kurz den Atem angehalten habe und deine letzte Kolumne gar nicht weiterlesen wollte. Ich habe mich schon so an den wöchentlichen Austausch auf unseren Blogs gewöhnt, dass ich wirklich traurig gewesen wäre, wenn du einfach so still und heimlich Schluss gemacht hättest. Sehr geschickt von dir, den Beitrag zu posten, als ich auf dem Sprung in die S-Bahn war, auf dem Weg zu dir.
Nostalgisch denke ich an eine Zeit vor ungefähr sieben Jahren zurück, als wir reine Konzertmädchen waren. Wir haben eine Leidenschaft entwickelt, viele schöne Momente erlebt und nette Menschen getroffen. Doch, wie das so ist, sind wir älter geworden und unsere Interessen haben sich weiterentwickelt. Diese Persönlichkeit sollten auch unsere Blogs wiederspiegeln, deswegen freue ich mich, auf alles, was du mit dem neuen Blog anstellen wirst!

Nun, ein weiteres großes Thema dieser Woche war PokémonGo, was die Leuten dazu bringt, die Natur zu entdecken.
Schon in 90ern von vielen geliebt, vom Rest gehasst, huschten die verschiedenen Pokémon nachmittags über die Fernseher der Kinderzimmer. Ich lebte in dieser Zeit, als auf dem Schulhof neben Diddl-Blöcken oder Magic-Karten meistens um Pokémon-Sammelkarten verhandelt wurde. Ich gebe zu, auch ich habe damals ein paar Folgen dieser Serie gesehen und besaß wahrscheinlich ein paar dieser Karten. Einige dieser Viecher waren ja ganz süß. Dennoch wusste ich nie, was ich damit sinnvolles machen sollte.
Warum jagt man diesen bunten Monstern hinterher, um sie dann in einer Arena gegeneinander antreten zu lassen? Im Grunde ist es doch wie Quartett. Und das verstehe ich auch schon nicht.
Um es vielleicht vorweg zu nehmen: Ich sperre mich nicht gegen den Fortschritt und bin mit dem Internet aufgewachsen. Daher kommt meine Abneigung also nicht. Ich bin nur einfach nicht der Typ für Computerspiele/App-Spiele. Noch nie gewesen. Und solange diese Spieler ihrer Leidenschaft dort nachgegangen sind, wo ich nicht davon betroffen war, machte es mir überhaupt nichts aus: Im Zimmer, im heimischen Garten, auf LAN-Partys (oder Abwandlungen davon).
Doch nun jagen sie durch die Innenstädte auf der Suche nach neuen, spektakulären Pokémon, um diese einzusammeln. Wie damals: Die Jäger und Sammler. Ja, ich weiß, ihr nennt euch TRAINER, aber das sehe ich eben nicht, wenn ihr durch Straßen, über Wiesen oder durch Blumenbeete rennt, ungeachtet dessen, was hinter dem Display passiert.*
Nur aus diesem Grund hoffe ich, dass der Hype in ein paar Wochen wieder vorbei ist. Natürlich mache ich mir unter allen, die das Spiel lieben, keine Freunde. Jeder hat das Recht, es zu lieben. Ich tue es nur eben nicht.

Genieße die Sonnenstunden,
Lauretta

P.S.: Zeig mir nie wieder Bilder mit Papageien!
*Bevor sich jemand beschwert: Ich weiß, es sind nicht alle so!


Ein letztes Mal verlinke ich euch auf die Hello Friend-Kolume der Wunschkonzertreise, nächste Woche gibt es sie ganz frisch auf Kleinstadthipster.

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2 Gedanken zu “Als wieder Jäger und Sammler unterwegs waren

  1. Pingback: Als ich Fragen zu beantworten hatte |

  2. Pingback: Als ich neu angekommen bin | Kleinstadthipster

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