Sommerbuch | Was macht ein Sommerbuch für dich aus?

Sommerzeit ist Lesezeit!
Das Buch ist der perfekte Reisebegleiter für den Strand, als Handgepäck im Flieger oder in der Handtasche beim Städtetrip. Doch auch den Zuhausegebliebenen auf der Terrasse unter dem Sonnenschirm bietet es eine willkommene Abwechslung. Außerdem vermag eine gute Geschichte sogar den trüben Gedanken eines Regentages entgegenzuwirken.

Aber welche Art von Roman eignet sich am besten für die heißen Tage des Jahres, und warum? Ich habe mal nachgefragt.

 

Henrik von zu ende gelesen

Ein „Sommerbuch“ gibt es für mich gar nicht. Ich erinnere mich gut an einen Urlaub in Kroatien, in dem ich mir zwei Bände von „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin mitgenommen habe, weil es ortsbedingt sehr gut gepasst hat: Die Drehorte von Königsmund direkt vor der Nase beim Lesen. Das war schon etwas, das mich gereizt hat. Zudem hat es sehr gepasst, dass gerade bei den anfänglichen Bänden noch Sommer ist und die brütende Hitze in den Straßen von Königsmund die Menschen in den Schatten treibt und die Hitze der Wüste von Dorne heiße Winde daher schickt. Diese Situation hat für mich klargemacht, dass das eine gute Reihe für den Urlaub ist. War es daher ein Sommerbuch? Ich denke eher nicht. Weil ich, wenn ich genauer darüber nachdenke, noch nie speziell nach einem Buch gesucht habe, dessen Jahreszeit zu der aktuellen Jahreszeit passt. Wenn ich auf eine Geschichte Lust habe, die in der Antarktis spielt, kann es Sommer aber auch Winter sein. Und ob das ein Thriller oder ein Klassiker ist, spielt auch keine große Rolle. Ich kann mich auch im Sommer leidenschaftlich geschrieben Sätzen hingeben und zugleich ein Buch zur Hand nehmen, dass einer leichten Feder entsprungen ist.

 

Julia von Eclipses Bücherregal

Ich schließe mich der breiten Masse an: Contemporary. Ich lese im Sommer gerne Bücher aus dem Genre Contemporary und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum Einen, weil die meist leichte Kost sind, die man auch lesen kann, wenn das Gehirn bei der Hitze gerade schmilzt. Man muss sich nicht auf ein kompliziertes Worldbuilding konzentrieren oder verzwickte Beziehungen und Verhältnisse. Die Handlung spielt in unserer Welt und ist auch mal mehr, mal weniger alltäglich, wodurch man sich da leichter rein fühlen kann.

Und wo wir schon bei Contemporary sind: Da gehört für mich auf jeden Fall auch eine Liebesgeschichte dazu. Wenn sie gut ist, lässt die Liebesgeschichte mich mitfiebern und macht gute Laune und besonders im Sommer mag ich das ganz gerne. Ich weiß gar nicht, wieso genau, vielleicht durch den „Sommerflirt“, der in Büchern und Filmen immer mal wieder erwähnt wird, aber Liebe und Sommer gehören für mich untrennbar zusammen.
Ein weiterer Punkt, den ich in Sommerbüchern mag, ist der Humor. Ich möchte Spaß haben beim Lesen und falls die Witze meinen Humor treffen, schafft das Buch das gleich viel eher.

Zu den Charakteren habe ich eigentlich keine Vorgaben. Zwei Beispiele: Rosie aus „Wie mein Sommer in Flammen aufging“ ist impulsiv und sarkastisch, Emily aus „Dreizehn Wünsche für einen Sommer“ dagegen schüchtern und zurückhaltend. Dennoch gehören beide zu meinen liebsten Sommerbüchern, weil die Protagonistinnen mir beide ans Herz gewachsen sind und weil das ganze Drumherum gestimmt hat.

Wenn ein Buch noch dazu auch selbst im Sommer spielt, dann ordne ich das für mich immer als „ultimatives Sommerbuch“ ein und zwar wegen der Grundstimmung. Ihr wisst sicher, was ich meinte, wenn ich Ferien- oder Urlaubsgefühl sage, oder? Und wenn man das selbst gerade empfindet, ein Buch aufschlägt und dieselben Gefühle darin findet, dieselbe Stimmung voller Möglichkeiten und Verheißungen, dann hat man auch selber das Gefühl, dass alles möglich ist. Das funktioniert für mich nicht immer, aber wenn ich in einer richtigen Sommerstimmung bin, dann sind es solche Bücher, zu denen ich greife.

Nachdem das alles gesagt ist, möchte ich aber noch hinzufügen, dass ich im Sommer zwar Sommerbücher lese, aber nicht nur. Ich lese wild gemixt, auf was ich gerade Lust habe, ob es nun Fantasy ist, eine Liebesgeschichte oder sonst etwas, genau wie ich auch im Winter manchmal zu einem (meiner Definition nach) Sommerbuch greife. Ich finde, man kann lesen, was einem gefällt, unabhängig von der Jahreszeit.

 

Kerstin von Kerstin Scheuer

Wenn ich an den Sommer denke, denke ich immer auch an Urlaub. An Sonne, Strand und Meer. An Grillparties, Wasserschlachten und Zitroneneis. An fremde Länder und Kulturen, unbekannte Gerichte und neue Freundschaften. Genau dieses Gefühl der Unbeschwertheit und Abenteuerlust muss auch ein gutes Sommerbuch einfangen.

Deshalb lese ich im Sommer auch kaum historische Romane, High Fantasy oder Krimis und Thriller. Diese Genres gehören für mich ganz eindeutig in die trüberen und kälteren Jahreszeiten. Im Sommer muss es etwas leichteres sein, gerne auch mit Humor und Witz (wie z.B. „Hummeldumm“ von Tommy Jaud). Auch Roadtrip-Geschichten (wie „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf) und Bücher, die mich in ferne Länder und fremde Kulturen entführen (beispielsweise „Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um seine große Liebe wiederzufinden“ von Per J. Andersson), gehören für mich zu dieser Jahreszeit.

Aber ich hebe mir gerne auch anspruchsvollere Bücher und Klassiker, für die mir neben meinem Vollzeitjob und den restlichen Verpflichtungen die Muse fehlt, für den Urlaub auf. Obwohl das wie bei „Die Gestirne“ von Eleanor Catton oder „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ von Frank Witzel oftmals bedeutet, dass ich dann doch mit einem mehr oder weniger historischen Setting leben muss.

 

Annie von Kleinstadthipster

Eigentlich gibt es sie ja das ganze Jahr, aber wenn die ersten Sonnenstrahlen auf die pastellfarbenen Buchcover treffen, entwickeln sie plötzlich eine ganz neue Anziehungskraft auf mich. Die Mädchenbücher. Meist handeln sie von Sehnsucht, Hoffnung und immer zu von der Liebe. Gerade im Sommer, wenn die halbe Menschheit hormonell bedingt sowieso bereits am Durchdrehen ist, greife auch ich gerne mal zu einem waschechten Frauenroman.

Jedoch ist ein schöner, rosa Einband alleine noch lange kein Garant für die allerbeste sommerliche Unterhaltung, wie ich finde. Ein gutes Sommerbuch muss mich nicht nur an der Hand nehmen, sondern auch den Bewegungsdrang meiner Beine anregen und das Organ ansprechen, das bei mir für das Fernweh bekannt ist. Das Herz.

Ja, ich gebe es zu, ich lese, um zu träumen – sei es von der Lieblingsstadt, in der ich zu gerne wäre oder eben von Mr. Perfect, den es scheinbar nirgends gibt. Nicht mal im Internet. Da kommt es doch sehr gelegen, dass auf dreihundert oder mehr Seiten viel Platz ist, um einen neuen Traummann zu finden, wenn es virtuell schon nicht klappt.

Das Beste an dem neu gefundenen Sommerflirt ist, dass man sogleich mit ihm auf große Abenteuerreise gehen kann. So kann man auf dem Balkon liegen, während man in Gedanken durch die Straßen Londons tanzt. Kann es denn irgendwie anders einfacher sein, der Kleinstadteinöde zu entfliehen als mit der guten alten Fantasie?

Am wichtigsten ist mir daher an einem Sommerbuch, dass es mich einfach dorthin entführt, wo ich in dem Moment gerne wäre und das am liebsten mit einem verwegen aussehenden, jungen Mann. Naja, und wenn ich mal keine Lust auf eine fiktive Lovestory habe, tut es eigentlich auch ein Reiseführer.


Meine Sommerbücher 2016:
Jonah von Laura Newman
Tage zum Sternepflücken von Kyra Groh
Rock Kiss 3 von Nalini Singh
Schattentraum von Mona Kasten

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2 Gedanken zu “Sommerbuch | Was macht ein Sommerbuch für dich aus?

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