Als die Liebe noch nicht ganz verloren war

Hello Friend

Liebe Annie,

ausgestattet mit einer warmen Tasse Früchtetee, Lebkuchen und frisch gebackenen Zimtschnecken, beginne ich nun diesen Brief an dich.

Mein Wochenhighlight war der gemütliche Mädelsnachmittag zu dem wir uns mit unserer Lieblings-Julie trafen, um deinem London-Hangover ein wenig entgegenzuwirken. Das macht man – natürlich – am besten mit einem Kinobesuch und einem dazugehörigen Film direkt aus dem Herzen dieser Stadt: Bridget Jones‘ Baby.
Nachdem diese literarische und filmische Figur zumindest meine Jugend begleitet hat, war ich sehr gespannt auf dieses Wiedersehen. 

Auf dem Weg dorthin hatte ich schon mein erstes, entzückendes Erlebnis, das ich mir extra für diese Kolumne aufgehoben habe.
So sehr ich den Herbst auch liebe, sind die ersten kalten Tage, die sich mehr dem Winter nähern, immer ein bisschen anstrengend. Anstrengend, da die Temperaturen so weit sinken, dass ein dünner, langärmliger Pullover einfach nicht mehr ausreicht, um nicht auf halber Strecke zu erfrieren. Das bedeutet, dass man einiges mehr an Balast mit sich herumschleppt, als man es noch von der vorherigen Zeit gewohnt ist.
Und so machte ich mich eingepackt in mehrere Kleidungsschichten inklusive dickem Pulli, dicken Schuhen und mit der gefühlt drei Kilo schweren Daumen-Winterjacke auf den Weg, um mit dem Zug nach Frankfurt zu unserem Treffen zu gelangen. Wie es immer so ist, musste ich mich während der Fahrt schon wieder der Hälfte meiner übergestreiften Kleidugstücke entledigen, da die Heizung so warm eingestellt war, als befänden wir uns im tiefsten Gebirge mit meterhohem Schnee. Das sind dann diese Momente, in denen ich mich wirklich etwas unwohl fühle.
Doch dann setzte sich mir ein etwa vierjähriges Mädchen in Begleitung ihrer Mutter gegenüber und musterte mich eine Weile. Irgendwann sagte sie dann aus heiterem Himmel „Das Mädchen ist schön.“. (Bevor du jetzt etwas sagst: Ja, sie meinte wirklich mich!)
Da habe ich mich direkt besser gefühlt. Besser konnte meine Laune nur noch durch deinen Anruf werden, in dem du mir sagtest, dass du soeben sechs neue Bücher gekauft hast.

Zum Film gibt es nur eines zu sagen: Jeder, der sich kurzweilig unterhalten lassen will und Bridget Jones sowieso einiges abgewinnen kann, wird bei dem neuen Teil nichts falsch machen. Also unbedingt anschauen!
Schon damals überzeugte sie uns auf ihre eigene ganz charmante Art, dass das Leben mit über 30 noch lange nicht eingeschlafen und langweilig ist. Nein, ganz im Gegenteil schlittert Bridget manchmal mit Anlauf, manchmal durch pure Tollpatschigkeit in jedes ihrer nächsten Abenteuer und hört niemals auf an die wahre Liebe zu glauben. Sie zeigte uns, dass es sich lohnt daran zu glauben, dass man den richtigen Mann schon irgendwie finden wird. Das schließt natürlich ein, dass sie sich manchmal ziemlich allein gelassen fühlt, dennoch lebt sie für ihre Träume und versucht alles, um sie zu erreichen. Wie du so schön am Ende des Films sagtest: „Das gibt mir Hoffnung.“
Wobei ich durchaus sagen muss, dass mir Hugh Grant in der Rolle des Daniel Cleavers, der immer wieder zwischen die große Liebe von Bridget und Mark Darcy funkte, weitaus besser gefallen hat als dieser schon vorbelastete, reiche McDreamy mit seinen esoterischen Ansätzen und der Dating-App. Außer, dass er wahnsinnig nett war, bot er kaum ernstzunehmenes Konfliktpotenzial, das eine Chance gehabt hätte, sich dauerhaft zwischen Bridget und Mark zu stellen. Hugh Grant hatte da reichlich mehr charakterliches Potenzial zu bieten.
Besonders viel Spaß hatte ich aber bei der Szene mit Ed Sheeran, fühlte mich jedoch regelrecht in unsere Vergangenheit zurückversetzt.

Ich freue mich schon auf unser nächstes Kinodate, in dem wir uns den phantastischen Tierwesen widmen werden.

Bis dahin,
Lauretta


Wer die unglaublich toll geschriebene Hello Friend-Kolumne mit dem puren London-Feeling von letzter Woche noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt auf Annies Blog nachholen!

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Ein Gedanke zu “Als die Liebe noch nicht ganz verloren war

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