Alte Wege, neue Spuren.

Lametta

Als ich zum ersten Mal durch den Torbogen lief, näherte ich mich Schritt für Schritt diesem fremden Ort, an dem meine Reise für die nächste Zeit weitergehen sollte. Voller Neugier wagte ich mich aus einer vertrauten Umgebung hinaus, um etwas ganz Neues anzufangen. Ich wusste nicht, was mich erwartete, ob mir alles gefallen oder welchen Menschen ich begegnen würde. Trotzdem hat mich dieses Gebäude empfangen, mir einen Platz angeboten, an dem ich bleiben konnte, und zu neuen Abenteuern eingeladen.

Hier war ich genau richtig, auch wenn ich mich ich auf dem endlos wirkenden Gelände nicht immer zurechtfand. Mit der Zeit fand ich Freunde, die zusammen mit mir kreuz und quer liefen, um sich immer wieder neu zu verlaufen. Irgendwann kannten sie sich aus, während ich immer noch verzweifelt suchte. An grauen Tagen waren wir bunt. Wo überwiegend Stille herrschte, hörte man uns. Wir verbrachten wunderbare Tage dort, mussten aber auch manche Hürde überwinden.
Die damaligen Erinnerungen habe ich vor meinen Augen wie die zusammengeschnittenen Szenen einer Lieblingsserie, im Hintergrund durch Heimatmelodie von Auletta untermalt.

And there’s a place we would all go to sing
we’d gather round the old town church to hear those bells ring
I’ll never forget those days
when I was worthy of your love

Charlie Simpson – Winter Hymns

Dieselben Mauern erzählen heute längst Vergangenes – unsere Geschichten. Sie liegen in der Luft, doch man kann sie kaum greifen. Ob noch jemand zuhört?
Zurückkommen fühlt sich merkwürdig an, selbst wenn es nur für einen kurzen Moment ist. Niemand ist da, der uns kennt oder sich an uns erinnert. Wir sind nicht mehr diejenigen, die ihre Spuren hier hinterlassen. Andere sitzen nun dort, wo wir immer saßen, legen die Strecken zurück, die wir immer gingen. Verlaufen und finden sich. Bei näherem Betrachten scheint es fast so, als wären wir nie da gewesen. Obwohl uns alles vertraut sein müsste, fühlen wir uns fremd.
Die Liebe fehlt, denn wir haben sie mitgenommen.
Mit ihr sind wir weitergezogen, haben uns verändert und passen nicht mehr so ganz zu dieser Umgebung. Doch von irgendwo her flüstert leise eine Stimme: Danke für die schöne Zeit!

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Ein Gedanke zu “Alte Wege, neue Spuren.

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