Als Träume von heute die Songs von morgen wurden

Hello Friend

Hallo Annie,

ich lache übrigens immer noch über deinen Witz mit Rea Garvey! Viel mehr freue ich mich allerdings auf den sympathischen Mann, der uns wirklich in ein paar Wochen erwartet. Erst recht, nachdem ich seinen Auftritt bei den Grammy Awards gesehen habe.
Wie sieht’s eigentlich aus, schauen wir am 22. Februar wieder die BRITs zusammen?

In dieser Woche hat mich das Buch von Alice Peterson und damit die Geschichte von Alice Martineau sehr beschäftigt. Durch Twitter bin ich zufällig auf die Veröffentlichung gestoßen und dachte zunächst, es handele sich hierbei um den ganz normalen Weg einer jungen Frau ins Musikbusiness, verpackt in einer Liebesgeschichte. Ich musste gar nicht lange nach näheren Informationen suchen, um zu erkennen, dass zwischen diesen Seiten weitaus mehr steckt.

Alice, die Protagonistin des Romans, hat einen Traum: Sie möchte Sängerin werden, außerdem schreibt sie ihre eigenen Songs. Sie will der Welt zeigen, welche Geschichten sie mit ihrer Musik erzählen kann. Und sie will zeigen, dass es sich immer lohnt das Leben zu leben, egal wie schwierig es auch zu sein scheint. Als Tom sie auf der Kunstausstellung ihres Bruders kennenlernt, ist ihm sofort bewusst, dass vor ihm eine ganz außergewöhnliche junge Frau steht. Sofort ist er verliebt in sie und stellt sich damit einer für ihn ungeahnten Herausforderung.
Was man Alice auf den ersten Blick nicht ansieht, ist, sie ist unheilbar krank. Sie hat die Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose, die ihr jeden Tag ein Stückchen mehr Lebensenergie raubt. Immer wiederkehrende Infekte sorgen dafür, dass sie nicht richtig atmen kann und ständig hustet. Und genau darauf kommt es beim Singen an: Die richtige Atmung. Während das für viele andere Grund genug wäre, aufzugeben, trotzt Alice den kritischen Stimmen und hält weiter daran fest, ein eigenes Album zu produzieren. Sie muss immer wieder Rückschläge hinnehmen, krankheitsbedingte Pausen einlegen und wartet über ein Jahr lang auf eine Herz-Lungen-Leber-Transplantation. Doch zusammen mit ihrem Team schafft sie es sich ihrem größten Gegener, der Zeit, zu stellen und ein Album zu veröffentlichen.

Look at us now, still you and me
Man, we come, we come so far,
So when you coming around?

And nothing else matters like us
And nothing else matters like love
You’ve just gotta believe, if it leaves
That it’s coming back around

Little Mix – Nothing Else Matters

Die Handlung basiert auf der wahren Geschichte von Alice Martineau, die 2002 ihr Album Daydreams veröffentlichte und im Jahr darauf an den Folgen der Krankheit verstarb.
Ihr Leben zeigt, dass es nicht nur eine Krankheit ist, an der man leidet, sondern etwas, womit man leben muss. Es nimmt einen großen Teil davon ein, aber in erster Linie ist sie Tochter, Schwester, beste Freundin und vor allem eine Frau, die geliebt wird und sehr viel Liebe zu geben hatte. Zwischen regelmäßigen Untersuchungen und Krankenhausaufenthalten, neben Inhalationen und Medikamenten, erfährt sie ein Leben voller schöner, alltäglicher Momente. Wenn man mich fragen würde, wofür Alice als Charakter steht, dann gäbe es nur eine Antwort: Ein Leben mit einer unheilbaren Krankheit ist nicht vorbei. Es hat genauso verdient, gelebt zu werden, wie jedes andere auch. Auch wenn Alice sich lange dagegen stäubt, von ihrer Krankheit zu erzählen. Aus nachvollziehbaren Gründen möchte sie für ihr Talent bewertet werden, nicht für ihre Eigenschaft als das starke Mädchen mit einer tödlichen Krankheit. Erst ihr Produzent Peter Harris macht ihr klar, dass sie keinen Teil von der jungen Frau verstecken sollte, die sie wirklich ist.
Während man das Buch liest, erfährt man immer wie positiv sich Alice, durch das Festhalten an ihrem Traum und ihrer immer wiederkehrenden Stärke, auf ihr persönliches Umfeld auswirkt und es ermutigt, es ihr gleichzutun. Selbst ihre beiden besten, ebenfalls erkrankten Freundinnen, mit denen sie die anti supportgroup gegründet hat, können sich ihrer außerwöhnlich positiven Aura nicht entziehen.
Und trotzdem findet man keine romantisierte Geschichte, denn die Probleme, mit denen Alice, ihrer Familie und auch Tom, der sie liebt, konfrontiert sind echt. Immer wieder kommen Tom und Alices Mutter zu Wort und berichten über ihre Gefühle und Ängste. Ein großes Lob an die authentische Schreibweise von Alice Peterson, die sehr viel Mühe und Recherche in diesen Roman investiert hat, um möglichst viele Facetten eines Lebens aufzugreifen. Sie hat es geschafft, eine Erzählstimme zu kreieren, der man jedes Wort abkauft und deren Weg man sehr gerne begleitet. Nicht nur einmal habe ich mir gewünscht, ich hätte die echte Alice wirklich gekannt. Eine perfekte Verschmelzung von Realität und Fiktion.

Es ist ein Roman, der sehr viel Aufmerksamkeit verdient hat. Nicht nur, um mehr über Alice Martineau zu erfahren, sondern um ein Gefühl dafür zu bekommen, womit mehrere tausend Menschen jeden Tag zu kämpfen haben.

There’s a life to live.

Lauetta


Weitere Informationen über Alice Martineau:

A Song for Tomorrow von Alice Peterson

 

 


Welchen britischen Musiker Annie und ich in ein paar Wochen sehen werden, erfahrt ihr in der letzten Hello Friend-Kolumne auf Annies Blog!

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Ein Gedanke zu “Als Träume von heute die Songs von morgen wurden

  1. Pingback: Als ich einfach unfassbar viel zu tun hatte | Kleinstadthipster

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