Als ich tanzte, weil das die besseren Worte waren

Hello Friend

Liebe Annie,

Ich habe nun sehr lange auf das weiße Dokument gestarrt und gewartet, dass meine Finger anfangen, auf der Tastatur die Worte zu tippen, die erklären und ausdrücken, was ich in den letzten Tagen gefühlt habe. Aber ich bin sprachlos und vor allem fassungslos. Auf das, was beim Konzert von Ariana Grande in Manchester passiert ist, kann man sich nicht vorbereiten und erst recht nicht gewöhnen. Es wurde so viel mehr zerstört als auf den ersten Blick zu erkennen wäre. Diese Tränen und Wunden werden sich lange nicht trocknen lassen. Trotzdem war es tröstend zu sehen, wie gemeinsam mit dieser Tragödie umgegangen wurde.
Eigentlich habe ich nur eines zu sagen: Hört auf damit, so grausam zu sein. Hört einfach auf. Man sollte nämlich überhaupt keine Angst haben müssen, dass irgendjemand, den man liebt, nicht mehr nach Hause kommt – egal, wo man hingeht und auf welchem Teil der Erde man lebt. Aber leider ist es nicht so einfach und die Konflikte, die ausgetragen werden, sind weitaus verfahrener und komplizierter.

Wir lachen, wir weinen, wir schweigen, wir schrei’n
Wir halten uns fest, nehmen, geben und teil’n
Wir lieben, wir leiden, wir kämpfen, wir schreiten
Einer für alle und alle für einen!
Wir sind, wir sind dabei
Wir sind, wir sind das, was bleibt
Wir sind, wir sind dabei
Und sehen live, wie das Leben Geschichte schreibt

Wincent Weiss – Wir Sind

Konzerte sind der Ort, an dem Menschen und Musik zusammenkommen, um gemeinsam eine tolle Zeit zu haben. Die Stelle, an der Träume verwirklicht, jemand Neues kennengelernt und die Liebe gefunden wird. Mit freudiger Anspannung und Erwartung fiebert man dem Moment entgegen, an dem das Licht im Saal ausgeht und der erste Ton erklingt. Danach verliert man sich in der Musik, die einen zum Schreien, Lachen, Weinen und Nachdenken bringt. Man fühlt und tanzt bis zum letzten Ton.
Diese Gefühle sollte man festhalten, aufschreiben, immer wiederholen wollen. Es ist eine Möglichkeit für einen Bruchteil an Zeit alles außerhalb des Konzertsaals zu vergessen. Aber gleichzeitig auch sich dessen, was passiert und stattdessen vielleicht passieren sollte, bewusst zu werden. Das, was in einem kleinen oder auch großen Konzertsäle sowie unter freiem Himmel bei Open Airs gelingt, sollte symbolisch sein, um es in die Welt hinauszutragen.
Wir sollten gemeinsam tanzen. Für Menschlichkeit. Gegen den Terror. Gegen den Hass. Für uns.
Für die Liebe.
Wir haben die Möglichkeit, etwas zu ändern, jeden Tag. Wir lassen sie uns nicht wegnehmen.

Lauretta


Warum sich Annie in der letzten Woche ziemlich deutsch gefühlt hat, lest ihr in der letzten Hello Friend Kolumne auf ihrem Blog!

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