Als ich Fragen zu beantworten hatte

Hello Friend

Liebe Annie,

ich hoffe, du bist inzwischen wieder etwas ausgeschlafener, sodass du nicht wieder mit einem Exkurs in die japanische Sprache oder Referenzen zu Bollywood antwortest, wenn dich jemand nach den Lichtverhältnissen des Raumes fragt. (Anmerkung: Sie hört mir einfach nicht zu.)

Zugegeben, mit dir als bester Freundin kann man seine allgemeinen Ansprüche an eine Freundschaft schon mal etwas höher ansiedeln als vielleicht normal wäre. (Ohne Hüpfburg möchte ich jetzt auch nicht mehr heiraten!) Trotzdem würde ich nicht sagen, dass meine Erwartungen damit astronomisch hoch und unerfüllbar sind. Aber mit genau so einer Aussage war ich in dieser Woche konfrontiert. Und tatsächlich ließ ich mich auf eine Diskussion ein – in der nur ich diskutierte. Ob es nun daran lag, dass die Gegenseite überhaupt keine Argumente hatte oder mir eben „einfach nur ein paar Fragen stellen wollte“, kann ich abschließend nicht beantworten. Und das war nur eine der Situationen, in denen ich das Bild unserer guten indonesischen Freundin vor Augen hatte, wie sie fassungslos mit dem Kopf schüttelt und sagt „Was ist los mit deutsche Männer?“. Beim Verhalten eines anderen männlichen Exemplars fühlte ich mich gezwungen, dieses allein mit einer taktischen und psychopathisch angelegten Vorgehensweise zu erklären, die so oder so ähnlich als Vorlage für den nächsten Dan Brown Romans herhalten könnte.
Instinktiv drängt sich dabei also die Frage auf: Was ist nur los, verdammt? Warum sagt denn auf einmal keiner mehr, was er wirklich will?

Während du in einer App am Dating-Karussel drehtest und mich dabei mit lustig und wahrscheinlich unvergesslichen Geschichten versorgt hast, las ich parallel dazu die Erfahrungen der Protagonistin Feli aus „150 Days to Date“ von Katharina Lang. Mit Ende 20 sucht diese nämlich händeringend im Großstadtleben Münchens nach einem Date für die Hochzeit ihrer besten Freundin und erlebt dabei die ein oder andere absurde, peinliche oder kuriose Geschichte. Es ist teilweise wahnsinnig amüsant, wem sie so begegnet. Außerdem hat sie fabelhafte Freundinnen und eine Mutter, die – sagen wir es mal so – mit ihrem italienischen Temperament öfter mal den Vogel abschießt.

Was sich übrigens auch noch dreht, ist das, was man den neusten Sommertrend nennt: der Fidget Spinner. Welcher tiefere Sinn wohl dahintersteckt?
Nachdem ich gedacht hatte, dass es auf der Anspruchsskala durch das Trendspiel PokémonGo aus dem vorigen Jahr nicht mehr weiter nach unten gehen kann, wurde ich in gewissem Maße bitter enttäuscht. Das einzige, was dieser nicht batteriebetriebene, dreiflügelige Propeller, bei dem der dazugehörige Ventilatoraufsatz vergessen wurde, kann, ist nämlich, sich zu drehen. Ernsthaft? Selbst ein Kreisel ist spannender, der ist immerhin mehrfarbig.
In meiner Kindheit gab es Jo-Jos, die drehten sich auch. Zudem waren sie bunt, haben teilweise geleuchtet (gab es auch ganz spezielle, die Musik abspielten??) UND man konnte einfache und extrem komplizierte Tricks damit machen. Das war eine gesellschaftsfähig, coole Sache, gegen die so ein Fidget Spinner im Vergleich echt alt aussieht.

Es grüßt dich die immer noch antwortsuchende

Lauretta


Was die Entscheidung zur #EhefürAlle für meine Freundschaft mit Annie bedeuten kann, hat sie in der letzten Hello Friend Kolumne auf ihrem Blog erzählt!

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