Sommerträume und Feuerwerke.

In einem meiner letzten Posts bei Instagram habe ich beschrieben, dass ich versuchen möchte, ein bisschen gelassener durch die heißen Tage zu gehen. Tatsächlich funktioniert das mit der Gelassenheit erstaunlich gut. Der Sommer bleibt nicht ewig und ich weiß ganz sicher, womit ich ihn nicht verbringen möchte. Denn im Grunde wurde mir in diesen Wochen bewusst: Das ganze Gemeckere macht einfach nur müde, mehr als die Hitze es sowieso schon tut. Es ist zu heiß, zu kalt, zu viel Regen, zu wenig Wind – nie wird es recht sein. Und warum sollte man diese ganze Energie mit etwas verschwenden, was sich überhaupt nicht ändern lässt? Da fällt einem doch sicher wichtigeres ein.
Aber diese aufkommende Unzufriedenheit hört nicht beim Wetter auf. Ich mag zum Beispiel keine Röcke oder kurzen Hosen, die allerdings unabdingbar werden, sobald die Außentemperatur mal die 35 Grad erreicht hat. Trotzdem finde ich, dass meine Beine nicht lang genug und sie einfach nicht in diese kurzen Size Zero-Sommerhosen passen wollen. Doch sind es auch genau diese Beine, die mich jeden Tag seit fast dreißig Jahren weitgehend zuverlässig durch das Leben tragen. Egal, in welche Hose ich sie stecke. Das ist fabelhaft und reicht einfach mal aus, um sich gut zu fühlen. Deswegen wird jetzt mehr gelächelt statt gemeckert, weil man damit sowieso gleich viel schöner wirkt.

Rock1
Was macht also ein absolut gelungenes Sommerwochenede aus? Nicht viel mehr als das Zusammentreffen guter Freunde und einer Menge Spaß, sodass manchmal nur eine handvoll verschwommener Fotos dabei herauskommen.

Baby Driver und Will

Twitter made me do this!
Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber durch meine Timeline verbreitete es sich in der letzten Woche wie ein Lauffeuer: Baby Driver ist ein Film, den man sich anschauen sollte. Also recherchierte ich, um was es überhaupt geht. Das hätte mich eigentlich schnell zu dem Entschluss gebracht, den Film nicht anzusehen. Normalerweise ist mein Interesse an Actionfilmen mit vielen schnellen Autos und (teilweise) wahllos erschossenen Menschen nahezu nicht vorhanden. Doch dann fielen mir spontan 3 Gründe ein, dem Film die Chance zu geben, die er verdient hat:
1. Ansel Elgort spielt die Hauptrolle und er war bisher immer ganz süß.
2. Musik spielt eine übergeordnet große Rolle und der Soundtrack ist fantastisch!
3. Viele Kritiken sind sich einig, dass man einen lebendigen, gut choreographierten Film mit außergewöhnlichen Bildern zu sehen bekommt.

So kam es also dazu, dass die Behauptung, ich hätte eine leichte Vorfreude auf diesen mit reichlich bekannten Namen besetzten Film verspürt, sogar leicht untertrieben gewesen wäre. Die Handlung stellte sich wirklich als rasantes und vor allem actionreiches Kinoerlebnis heraus. Als es auf das Ende zuging, hätte ich mir allerdings ein bisschen mehr erhofft. So laut wie der Film zeitweise war, genauso schnell war er plötzlich vorbei. Wirklich beeindruckt hat mich dennoch das schauspielerische Können von Ansel Elgort. In seinen früheren Rollen (mal abgesehen von The Fault In Our Stars, in dem er den perfekten bookish boyfriend verkörperte) lag der Fokus für mich nicht direkt auf ihm, wodurch er mir nie richtig aufgefallen ist. Es überraschte mich, dass er sich mit seinem doch sehr bubihaften Auftreten in einer Gruppe von harten und schlagfertigen Schwerverbrechern nahtlos eingliedern konnte und nicht unangenehm hervorgestochen ist. Seine verschiedenen Facetten, die er anhand verschiedener Ausdrucksweisen und seines Auftretens zeigen kann, überzeugten mich. Genauso muss es sein, denn die Parts, in denen er wirklich etwas sagt, sind oft sehr pointiert. Und sind wir mal ehrlich, es gibt nichts langweiligeres als schöne Schauspieler, die nur einen einzigen Gesichtsausdruck präsentieren können. Davon gibt es leider mehr als genug.

Ziemlich unerwartet, schrill und bunt waren für mich die ersten Folgen neuen Serie über den jungen Shakespeare: Will. Anfangs hatte ich wirklich Probleme die zugegeben dürftigen historischen Ereignisse mit der Hintergrundmusik und der sehr extravaganten Darstellungsweise in Einklang zu bringen. Geradezu offensiv wird hier mit Stilmitteln agiert, die weder in die Zeit passen wollen noch mir auf den ersten Blick sehr authentisch erschienen. Allerdings erfüllen sie im Laufe der Handlung doch irgendwie ihren Zweck. Die Gruppe um Laurie Davidson, Olivia DeJonge, Mattias Inwood und Jamie Campbell Bower fasziniert mich inzwischen sehr und lässt mich auf jede weitere Folge gespannt warten.

Feuerwerke

Nachdem ich mir bei einem wunderbaren Freundschaft-Date mit dem eventuell besten Sushi der Stadt den Bauch vollgeschlagen hatte, wurde es einige Zeit später auch ziemlich laut und bunt am Himmel. Ich liebe Feuerwerke und somit war es fast ein Muss für mich, diese Möglichkeit wahrzunehmen. Dreißig Minuten lang sahen gefühlt tausende Menschen begeistert in den Mainzer Abendhimmel. Zusammen mit der unterlegten Musik wurde versucht eine einmalige Stimmung zu kreieren. Vor einiger Zeit schrieb ich noch darüber, dass ich dieser Stadt mehr oder weniger den Rücken gekehrt habe, weil ich mich nicht mehr wohlfühlte. Da mir Mainz allerdings in den letzten Wochen gleich zwei hervorragende Abende geschenkt hat, könnte es sein, dass es wieder zu einem Ort wird, an den ich gerne zurückkomme. Feuerwerke stimmen mich wohl versöhnlich.

feuerwerk

Mainzer Lichterfest 2017

The Baseballs

Etwas, wofür ich meine Konzertpause (Jaja, die gibt es noch! Vielleicht sollte ich sie nur anders benennen.) mit verantwortlich mache, ist, dass ich The Baseballs live gesehen habe. Ich konnte mich nämlich darauf freuen, ohne dass diese Begeisterung durch etwas anderes abgeschwächt worden wäre.
Teil unserer musikalischen Unterhaltungen sind diese drei Rock’n’Roll-Männer wahrscheinlich, seit sie sich gegründet haben. Für mich waren sie jedoch nie viel mehr als gut gemeinte Coverband mit ausreichendem Talent und etwas Authentizität.
ABER: Ich habe mich getäuscht. So sehr, dass es mir inzwischen extrem leid tut. Dabei ist an meiner vorherigen Einschätzung gar nicht so viel falsch. Denn ja, sie sind eine Coverband (u.a. mit eigenen Liedern). Ja, sie haben Talent und in ihrem Genre sind sie authentisch. Dass sie seit mittlerweile zehn Jahren bestehen, spricht dabei wohl für sich. Was sie nicht sind, ist lediglich „gut gemeint“. Hingegen meiner Erwartung haben sie mich extrem beeindruckt und mit ihren Stil mitgerissen. Wie könnte mir bei aufgepeppten Liedern der 90er und frühen 2000er – Liedern meiner Kindheit und Jugend – nicht das Herz aufgehen und mich nicht euphorisch im Takt mitwippen lassen? Unmöglich.
Vor meinem inneren Auge sehe ich nun die Blicke, die mich bitterlich strafend ansehen: Ich. Habe. Es. Dir. Doch. Gesagt. Und ich habe es verstanden. The Baseballs gehören ab jetzt zu den Musikliebemomenten und ich bin bereit diesen grandiosen Spaß noch öfter mitzumachen.
Ich will nicht alles sehen, sondern nur das, was sich lohnt. Die mit nach Hause gebrachte Beule am Kopf hat sich definitiv gelohnt. (Und nein, das ist sicher kein normales Mitbringsel.)

P.S.: Was ich im letzten Monat alles gelesen habe, erfahrt ihr dann in der kommenden Sommerbuch-Reihe!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s