Als ich Fragen zu beantworten hatte

Hello Friend

Liebe Annie,

ich hoffe, du bist inzwischen wieder etwas ausgeschlafener, sodass du nicht wieder mit einem Exkurs in die japanische Sprache oder Referenzen zu Bollywood antwortest, wenn dich jemand nach den Lichtverhältnissen des Raumes fragt. (Anmerkung: Sie hört mir einfach nicht zu.)

Zugegeben, mit dir als bester Freundin kann man seine allgemeinen Ansprüche an eine Freundschaft schon mal etwas höher ansiedeln als vielleicht normal wäre. (Ohne Hüpfburg möchte ich jetzt auch nicht mehr heiraten!) Trotzdem würde ich nicht sagen, dass meine Erwartungen damit astronomisch hoch und unerfüllbar sind. Aber mit genau so einer Aussage war ich in dieser Woche konfrontiert. Und tatsächlich ließ ich mich auf eine Diskussion ein – in der nur ich diskutierte. Ob es nun daran lag, dass die Gegenseite überhaupt keine Argumente hatte oder mir eben „einfach nur ein paar Fragen stellen wollte“, kann ich abschließend nicht beantworten. Und das war nur eine der Situationen, in denen ich das Bild unserer guten indonesischen Freundin vor Augen hatte, wie sie fassungslos mit dem Kopf schüttelt und sagt „Was ist los mit deutsche Männer?“. Beim Verhalten eines anderen männlichen Exemplars fühlte ich mich gezwungen, dieses allein mit einer taktischen und psychopathisch angelegten Vorgehensweise zu erklären, die so oder so ähnlich als Vorlage für den nächsten Dan Brown Romans herhalten könnte. Weiterlesen

Als ich kein Fan sein wollte

Hello Friend

Liebe Annie,

Taylor Swift is back on Spotify! Das war die dominierende News meiner Twitter Timeline, die ich nur mit mäßigem Interesse überscrollte. Mir hat sie auf dieser großen Musikparty noch nie gefehlt, aber für alle, die sie dort vermisst haben, ist das selbstverständlich etwas erfreuliches. Ich hingegen höre inzwischen lieber das aktuelle Soloalbum von Harry Styles.  Weiterlesen

Als ich tanzte, weil das die besseren Worte waren

Hello Friend

Liebe Annie,

Ich habe nun sehr lange auf das weiße Dokument gestarrt und gewartet, dass meine Finger anfangen, auf der Tastatur die Worte zu tippen, die erklären und ausdrücken, was ich in den letzten Tagen gefühlt habe. Aber ich bin sprachlos und vor allem fassungslos. Auf das, was beim Konzert von Ariana Grande in Manchester passiert ist, kann man sich nicht vorbereiten und erst recht nicht gewöhnen. Es wurde so viel mehr zerstört als auf den ersten Blick zu erkennen wäre. Diese Tränen und Wunden werden sich lange nicht trocknen lassen. Trotzdem war es tröstend zu sehen, wie gemeinsam mit dieser Tragödie umgegangen wurde.
Eigentlich habe ich nur eines zu sagen: Hört auf damit, so grausam zu sein. Hört einfach auf. Man sollte nämlich überhaupt keine Angst haben müssen, dass irgendjemand, den man liebt, nicht mehr nach Hause kommt – egal, wo man hingeht und auf welchem Teil der Erde man lebt. Aber leider ist es nicht so einfach und die Konflikte, die ausgetragen werden, sind weitaus verfahrener und komplizierter. Weiterlesen

Als Internetseiten noch rein statisch waren

Hello Friend

Liebe Annie,

deine letzte Kolumne ergänzt sich mit meinem Text, der damals dazu führte, dass wir mit diesen Briefen begannen. Manchmal treffen wir Entscheidungen, ohne zu wissen, wohin sie uns eigentlich führen. Damals hatte ich tatsächlich ein bisschen Angst davor, dass sich zwischen uns einiges ändern könnte, würde ich einen Schritt zurückgehen – oder besser gesagt, einen Schritt weg von dem, was uns verbindet. Doch du bist diesen Schritt ohne langes Überlegen einfach mitgegangen. Dadurch wurde mir wieder einmal bewusst, dass eine beste Freundin zu haben, mehr bedeutet als nur das gleiche Hobby zu teilen. Dort, wo du bist, wird man auch mich finden.
Es hat mich sehr berührt, denn wir hatten damals wirklich sehr viel Spaß. Andererseits haben wir uns in den ganzen Jahren, die mittlerweile dazwischenliegen, verändert, sodass wir vielleicht gar nicht mehr zu der damaligen Umgebung passen würden. Falls also Hermine mal mit ihrem Zeitumkehrer vorbeikommt, wäre es vielleicht besser, einfach im Jetzt zu bleiben und die Abenteuer zu erleben, die noch auf uns warten.

Trotzdem war auch ich in der letzten Woche ein kleines bisschen nostalgisch veranlagt, denn ich habe mein CD Regal nach meiner ersten selbst gekauften CD durchsucht. Beim Anblick der vielen alten Scheiben, auf die man meine damaligen Lieblingsstücke gepresst hat, kamen mir Erinnerungen, die schon extrem lange zurückliegen. Früher war es quasi eine Auszeichnung eines dieser Alben zu besitzen. Kann man heutzutage, im Zeitalter der Streaming Dienste, überhaupt noch jemanden damit beeindrucken, dass man dieses eine Album eines bestimmten Künstlers hat? Früher gab es den Zugang zu all den vielen Liedern gar nicht, sodass man seinen Musikgeschmack über den Besitz dieser definierte. Weiterlesen

Als der April Musikliebemomente und neue Namen brachte

Hello Friend

Liebe Annie,

in der Kolumne ist es in den letzten Wochen ein wenig still geworden, was aber nicht daran lag, dass es nichts zu erzählen gab, sondern schlicht und einfach die Zeit fehlte, genau das zu tun. In diesem Brief habe ich die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst.

Der April brachte ein paar Neuerungen mit sich und so war es Zeit für neue Namen. In eingeweihten Kreisen nennt man mich anscheinend nun Laurentius. Wenn ich mir jemals vorstellen könnte unter einem Namen berühmt zu werden, dann selbstredend unter diesem… Oder auch nicht, denn eigentlich gefiel mir Lauretta immer ganz gut und #neinLaura hat doch auch schon einen gewissen Anklang gefunden. Aber so ist das eben mit den Ruf- und Spitznamen: Man kann sie sich leider nicht aussuchen, die Situation bringt sie mit sich.
Du hingegen hast deinem Blog einen neuen Namen und ein neues Design verpasst. So wurde aus Kleinstadthipster kurzer Hand Miss Micropolitan. Die beste der besten findet ihr nun unter folgendem Link: https://missmicropolitan.wordpress.com.
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