Es riecht nach Regen.

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Foto von Nora Janine Strupp

oder: Ich gehe, um wiederzukommen. Part II

„Hör dem Mann zu!“, sagte meine beste Freundin während des Konzerts und sah mich dabei eindringlich an. Das tat sie immer bei einem dieser Lieder, deren Aussage war, dass man an sich selbst glauben solle. Mir kam es vage bekannt vor. Aber es war jemand völlig unbekanntes, der es dieses Mal erzählte.
KrisKraus sang von rollenden Steinen und dass man derjenige sein könnte, auf den es ankäme. In diesem Moment hat mein Herz endlich wieder etwas verstanden.

Heute ist einer dieser Tage, an denen man die Stunden nutzen kann, um abzuschalten. Ich öffne das Fenster und es riecht nach Regen. Beruhigend monoton prasselt er auf die Straße. Am Bordstein bildet sich ein kleines Rinnsal, das sich einen Weg bis zum nächsten Abfluss sucht. Ich stelle mir immer gerne vor, dass vom Regen alles, was man nicht mehr braucht, – auch ein schlechter Gedanke – einfach weggespült wird. Das trommelnde Geräusch vermischt sich fließend mit dem Rhythmus einzelner Titel der Playlist, die ich leise im Hintergrund laufen lasse. Die dadurch entstehende, gemeinsame Melodie ist das Einzige, das ich bewusst wahrnehme. Ansonsten kommt mir alles wahnsinnig still vor, was ich durch die letzten, ereignisreichen Tage fast gar nicht mehr gewohnt bin. Trotz der melancholischen Szenerie bin ich alles andere als traurig. Nicht mehr. Weiterlesen

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Interview mit der Autorin Kyra Groh

Kyra Grohs Debüt Pinguine lieben nur einmal erschien 2013, darauf folgte 2014 Halb drei bei den Elefanten und schließlich veröffentlichte sie Anfang 2016 ihren dritten Roman Tage zum Sternepflücken.
Mit ihrer lockeren, witzigen Art schreibt sie sich in die Herzen ihrer Leser und ich durfte ihr ein paar Fragen zu ihrem Schreiballtag und ihren Charakteren stellen.

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Quelle: Philipp Thor

 

Als allererstes würde ich gerne wissen, wie deine Schreibroutine aussieht? Hast du bestimmte Zeiten/Tage, an denen du schreibst oder schreibst du immer dann, wenn dir gerade etwas einfällt?

Es wäre schön, wenn ich immer genau dann zu Feder und Tinte (oder wohl eher: zur Tastatur) greifen könnte, wenn mir grade etwas einfällt. Aber meistens bin ich da in etwas unpässlichen Situationen. Bei einem Meeting in meinem Hauptjob zum Beispiel. Oder auf dem Fahrrad. Oder in einer Umkleidekabine. Eben genau dann, wenn es nicht passt Ich schreibe ehrlich gesagt dann, wenn Zeit und Motivation es zulassen. Oft an den Wochenenden oder, wenn ich Urlaub habe. Aber wenn ich eine gute Idee habe, tippe ich sie natürlich sofort als Notiz in mein Handy. Weiterlesen