Als ich Fragen zu beantworten hatte

Hello Friend

Liebe Annie,

ich hoffe, du bist inzwischen wieder etwas ausgeschlafener, sodass du nicht wieder mit einem Exkurs in die japanische Sprache oder Referenzen zu Bollywood antwortest, wenn dich jemand nach den Lichtverhältnissen des Raumes fragt. (Anmerkung: Sie hört mir einfach nicht zu.)

Zugegeben, mit dir als bester Freundin kann man seine allgemeinen Ansprüche an eine Freundschaft schon mal etwas höher ansiedeln als vielleicht normal wäre. (Ohne Hüpfburg möchte ich jetzt auch nicht mehr heiraten!) Trotzdem würde ich nicht sagen, dass meine Erwartungen damit astronomisch hoch und unerfüllbar sind. Aber mit genau so einer Aussage war ich in dieser Woche konfrontiert. Und tatsächlich ließ ich mich auf eine Diskussion ein – in der nur ich diskutierte. Ob es nun daran lag, dass die Gegenseite überhaupt keine Argumente hatte oder mir eben „einfach nur ein paar Fragen stellen wollte“, kann ich abschließend nicht beantworten. Und das war nur eine der Situationen, in denen ich das Bild unserer guten indonesischen Freundin vor Augen hatte, wie sie fassungslos mit dem Kopf schüttelt und sagt „Was ist los mit deutsche Männer?“. Beim Verhalten eines anderen männlichen Exemplars fühlte ich mich gezwungen, dieses allein mit einer taktischen und psychopathisch angelegten Vorgehensweise zu erklären, die so oder so ähnlich als Vorlage für den nächsten Dan Brown Romans herhalten könnte. Weiterlesen

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Eine zweite Chance nach dem Plagiat?

Das Ausgangsproblem

Am Wochenende fand die Love Letter Convention in Berlin statt. Unter den vielen teilnehmenden Autorinnen befand sich in diesem Jahr auch Martina Gercke, die sich dort bei einer Diskussionsrunde mit ihren Werken als Selfpublisherin präsentierte.
Erstmal ist daran gar nichts weiter schlimm und doch erhitzte genau diese Tatsache die Gemüter einiger anwesender und nicht anwesender Blogger, wie man im Artikel auf kielfeder-blog.de nachlesen kann. Hier stellt Ramona die Frage, ob es richtig wäre, nach einigen Jahren zu ignorieren, dass eine Autorin Textstellen für ihren Roman kopierte und „vergessen“ habe, sie wieder zu entfernen.
Ich hatte damals (2012) zwar von dem Fall gehört und auch ein paar Artikel darüber gelesen, mir aber im Nachhinein keine Gedanken mehr gemacht. Um ehrlich zu sein, hatte ich es bis die Diskussion erneut auf ihn gelenkt wurde, sogar komplett vergessen. Ich habe noch kein Buch von dieser Autorin gelesen und werde es mit Sicherheit auch zukünftig nicht machen. Warum? Weil es mich nicht interessiert und mir in den ganzen Jahren, in denen ich meiner Leseleidenschaft schon nachgehe, keines ihrer Bücher inhaltlich ins Auge gefallen ist oder von anderen Lesern vorgeschlagen wurde. Kurz gesagt, sie ist mir als Schriftstellerin nie aufgefallen. Aufgrund all der Kritik auf Twitter, in Blogeinträgen und Kommentaren habe ich dennoch darüber nachgedacht, wie ich generell dazu stehe.
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