Als Internetseiten noch rein statisch waren

Hello Friend

Liebe Annie,

deine letzte Kolumne ergänzt sich mit meinem Text, der damals dazu führte, dass wir mit diesen Briefen begannen. Manchmal treffen wir Entscheidungen, ohne zu wissen, wohin sie uns eigentlich führen. Damals hatte ich tatsächlich ein bisschen Angst davor, dass sich zwischen uns einiges ändern könnte, würde ich einen Schritt zurückgehen – oder besser gesagt, einen Schritt weg von dem, was uns verbindet. Doch du bist diesen Schritt ohne langes Überlegen einfach mitgegangen. Dadurch wurde mir wieder einmal bewusst, dass eine beste Freundin zu haben, mehr bedeutet als nur das gleiche Hobby zu teilen. Dort, wo du bist, wird man auch mich finden.
Es hat mich sehr berührt, denn wir hatten damals wirklich sehr viel Spaß. Andererseits haben wir uns in den ganzen Jahren, die mittlerweile dazwischenliegen, verändert, sodass wir vielleicht gar nicht mehr zu der damaligen Umgebung passen würden. Falls also Hermine mal mit ihrem Zeitumkehrer vorbeikommt, wäre es vielleicht besser, einfach im Jetzt zu bleiben und die Abenteuer zu erleben, die noch auf uns warten.

Trotzdem war auch ich in der letzten Woche ein kleines bisschen nostalgisch veranlagt, denn ich habe mein CD Regal nach meiner ersten selbst gekauften CD durchsucht. Beim Anblick der vielen alten Scheiben, auf die man meine damaligen Lieblingsstücke gepresst hat, kamen mir Erinnerungen, die schon extrem lange zurückliegen. Früher war es quasi eine Auszeichnung eines dieser Alben zu besitzen. Kann man heutzutage, im Zeitalter der Streaming Dienste, überhaupt noch jemanden damit beeindrucken, dass man dieses eine Album eines bestimmten Künstlers hat? Früher gab es den Zugang zu all den vielen Liedern gar nicht, sodass man seinen Musikgeschmack über den Besitz dieser definierte. Weiterlesen

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Ich habe ihn geliebt.

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„Im Endeffekt ist es pure Zeitverschwendung für dich“, sagt ein Freund, dem ich gerade eine aktuelle Situation aus meinem Leben geschildert habe, und widmet mir dabei einen vielsagenden Blick.
„Es ist nicht schlimm, wenn du deine Vorstellungen in Sachen Liebe hast und diese noch nicht erfüllt wurden“, erklärt er weiter, „Es ist auch vollkommen in Ordnung, den Hoffnungen, die er sich macht, nicht nachgeben zu wollen.“
Er hat es auf den Punkt gebracht, denn eigentlich will ich diesen Typen, der derzeit versucht meine Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, gar nicht. Zumindest nicht so, wie ich jemand anderen mal gewollt hätte.

Die Liebe ist wahrscheinlich das Thema, über das wir mit Bekannten oder besten Freunden am häufigsten sprechen. ‚Wer mit wem‘ dominiert die Klatschspalten der Zeitungen und Internetportale. Eine Datingkolumne eines Lifestylebloggers jagt die nächste, wenn es mal wieder nicht funktioniert hat. Ich habe mit dem Schreiben angefangen, weil ich liebte und schließlich liebte ich das Schreiben. Romane und unendlich viele Texte werden verfasst, um dieses Thema in all seinen Facetten zu ergründen.
Was ist es, das den Unterschied ausmacht zwischen einem Interesse, das möglichweise schnell wieder verschwindet, und dem Verliebt sein?
Wann ist man wirklich verliebt?
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