Es riecht nach Regen.

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Foto von Nora Janine Strupp

oder: Ich gehe, um wiederzukommen. Part II

„Hör dem Mann zu!“, sagte meine beste Freundin während des Konzerts und sah mich dabei eindringlich an. Das tat sie immer bei einem dieser Lieder, deren Aussage war, dass man an sich selbst glauben solle. Mir kam es vage bekannt vor. Aber es war jemand völlig unbekanntes, der es dieses Mal erzählte.
KrisKraus sang von rollenden Steinen und dass man derjenige sein könnte, auf den es ankäme. In diesem Moment hat mein Herz endlich wieder etwas verstanden.

Heute ist einer dieser Tage, an denen man die Stunden nutzen kann, um abzuschalten. Ich öffne das Fenster und es riecht nach Regen. Beruhigend monoton prasselt er auf die Straße. Am Bordstein bildet sich ein kleines Rinnsal, das sich einen Weg bis zum nächsten Abfluss sucht. Ich stelle mir immer gerne vor, dass vom Regen alles, was man nicht mehr braucht, – auch ein schlechter Gedanke – einfach weggespült wird. Das trommelnde Geräusch vermischt sich fließend mit dem Rhythmus einzelner Titel der Playlist, die ich leise im Hintergrund laufen lasse. Die dadurch entstehende, gemeinsame Melodie ist das Einzige, das ich bewusst wahrnehme. Ansonsten kommt mir alles wahnsinnig still vor, was ich durch die letzten, ereignisreichen Tage fast gar nicht mehr gewohnt bin. Trotz der melancholischen Szenerie bin ich alles andere als traurig. Nicht mehr. Weiterlesen

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Ich habe ihn geliebt.

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„Im Endeffekt ist es pure Zeitverschwendung für dich“, sagt ein Freund, dem ich gerade eine aktuelle Situation aus meinem Leben geschildert habe, und widmet mir dabei einen vielsagenden Blick.
„Es ist nicht schlimm, wenn du deine Vorstellungen in Sachen Liebe hast und diese noch nicht erfüllt wurden“, erklärt er weiter, „Es ist auch vollkommen in Ordnung, den Hoffnungen, die er sich macht, nicht nachgeben zu wollen.“
Er hat es auf den Punkt gebracht, denn eigentlich will ich diesen Typen, der derzeit versucht meine Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, gar nicht. Zumindest nicht so, wie ich jemand anderen mal gewollt hätte.

Die Liebe ist wahrscheinlich das Thema, über das wir mit Bekannten oder besten Freunden am häufigsten sprechen. ‚Wer mit wem‘ dominiert die Klatschspalten der Zeitungen und Internetportale. Eine Datingkolumne eines Lifestylebloggers jagt die nächste, wenn es mal wieder nicht funktioniert hat. Ich habe mit dem Schreiben angefangen, weil ich liebte und schließlich liebte ich das Schreiben. Romane und unendlich viele Texte werden verfasst, um dieses Thema in all seinen Facetten zu ergründen.
Was ist es, das den Unterschied ausmacht zwischen einem Interesse, das möglichweise schnell wieder verschwindet, und dem Verliebt sein?
Wann ist man wirklich verliebt?
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Kaleidoskop

Hurts-Bild

And you hypnotize me like no other
Mesmerize my mind in colors
So let the night bring us together again

Hurts – Kaleidoscope

Von außen betrachtet wirkt ein Kaleidoskop wie ein unscheinbares, bemaltes Rohr. Trotzdem weiß jedes Kind, welche bunten Farben und Formen sich in seinem Inneren verbergen. Mit nur einem einzigen Blick durch die Öffnung, taucht man in eine Welt voller vielfältiger Strukturen ein, die sich fließend aufeinander zu bewegen oder sich wieder entfernen. Wie von selbst werden vielzählige Bilder kreiert, die ihre ganz eigenen Geschichten immer wieder neu erzählen. Durch die verschiedenen Formationen kommt zusammen, was zusammen gehört. Dieser kleine Kosmos dreht sich um sich selbst. Im übertragenen Sinne um mich. Um alles. Weiterlesen

Als ich plötzlich Lukas Graham hörte

Hello Friend

Liebe Annie,

um es nochmal aufzugreifen: Oder nicht oder doch… Passiert das alles wirklich oder sind wir nur Figuren eines Roman, an dem seit Jahren geschrieben wird?
Nun gut, offenbar bist du wieder von dem sagenumwobenen Ausflug nach Hamburg heimgekehrt. Vielleicht kannst du der Stadt ein anderes Mal eine zweite Chance geben, wenn der Reiseführer im Bus nicht die ganze Zeit Vergleiche zu deiner Traumstadt zieht. Denn natürlich ist klar, dass damit keine andere Stadt mithalten kann. Weiterlesen

Als neue Musik mein Herz berührte

Hello Friend

Liebe Annie,

du kannst ruhig zugeben, dass du Tom Fletcher richtig gerne magst. Das weiß ich doch. Ich für meinen Teil habe ihm, trotz der Tatsache, dass er kein Mitglied unserer Lieblingsband aus Teenie-Zeiten ist, ganz tief in meinem Herzen einen kleinen, aber sicheren Platz reserviert. Deswegen denke ich nicht, dass er es uns übel nehmen wird, wenn wir diese großartige Idee für uns nutzen. Weiterlesen