Als Internetseiten noch rein statisch waren

Hello Friend

Liebe Annie,

deine letzte Kolumne ergänzt sich mit meinem Text, der damals dazu führte, dass wir mit diesen Briefen begannen. Manchmal treffen wir Entscheidungen, ohne zu wissen, wohin sie uns eigentlich führen. Damals hatte ich tatsächlich ein bisschen Angst davor, dass sich zwischen uns einiges ändern könnte, würde ich einen Schritt zurückgehen – oder besser gesagt, einen Schritt weg von dem, was uns verbindet. Doch du bist diesen Schritt ohne langes Überlegen einfach mitgegangen. Dadurch wurde mir wieder einmal bewusst, dass eine beste Freundin zu haben, mehr bedeutet als nur das gleiche Hobby zu teilen. Dort, wo du bist, wird man auch mich finden.
Es hat mich sehr berührt, denn wir hatten damals wirklich sehr viel Spaß. Andererseits haben wir uns in den ganzen Jahren, die mittlerweile dazwischenliegen, verändert, sodass wir vielleicht gar nicht mehr zu der damaligen Umgebung passen würden. Falls also Hermine mal mit ihrem Zeitumkehrer vorbeikommt, wäre es vielleicht besser, einfach im Jetzt zu bleiben und die Abenteuer zu erleben, die noch auf uns warten.

Trotzdem war auch ich in der letzten Woche ein kleines bisschen nostalgisch veranlagt, denn ich habe mein CD Regal nach meiner ersten selbst gekauften CD durchsucht. Beim Anblick der vielen alten Scheiben, auf die man meine damaligen Lieblingsstücke gepresst hat, kamen mir Erinnerungen, die schon extrem lange zurückliegen. Früher war es quasi eine Auszeichnung eines dieser Alben zu besitzen. Kann man heutzutage, im Zeitalter der Streaming Dienste, überhaupt noch jemanden damit beeindrucken, dass man dieses eine Album eines bestimmten Künstlers hat? Früher gab es den Zugang zu all den vielen Liedern gar nicht, sodass man seinen Musikgeschmack über den Besitz dieser definierte. Weiterlesen

Als wieder Jäger und Sammler unterwegs waren

Hello Friend

Hello Annie,

genau genommen hätte ich diesen Brief auch mit der Überschrift „Als aktuelle Ereignisse meine Kolumne ruinierten“ versehen können. Diese Kolumne diente bisher dazu, bestimmte Themen anzusprechen, die uns meistens Spaß bereiten oder einen gewissen Unterhaltungwert haben. Deswegen habe ich wirklich lange überlegt, ob ich die gestrigen Ereignisse von München wirklich ausblenden kann. Fakt ist, es geht nicht.
Ich bin erschüttert und sprachlos über die hohe Gewaltbereitschaft, die im Moment herrscht. Ganz egal, welche Motive einen Menschen dazu bringen, zu so einer Tat fähig zu sein. Persönliche Amokläufe sollten genauso wenig stattfinden wie geplante Terroranschläge. Ich denke, es möchte niemand in einer Welt leben, in der man ständig Angst haben muss.  Weiterlesen