Sommerträume und Feuerwerke.

In einem meiner letzten Posts bei Instagram habe ich beschrieben, dass ich versuchen möchte, ein bisschen gelassener durch die heißen Tage zu gehen. Tatsächlich funktioniert das mit der Gelassenheit erstaunlich gut. Der Sommer bleibt nicht ewig und ich weiß ganz sicher, womit ich ihn nicht verbringen möchte. Denn im Grunde wurde mir in diesen Wochen bewusst: Das ganze Gemeckere macht einfach nur müde, mehr als die Hitze es sowieso schon tut. Es ist zu heiß, zu kalt, zu viel Regen, zu wenig Wind – nie wird es recht sein. Und warum sollte man diese ganze Energie mit etwas verschwenden, was sich überhaupt nicht ändern lässt? Da fällt einem doch sicher wichtigeres ein. Weiterlesen

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Als ich kein Fan sein wollte

Hello Friend

Liebe Annie,

Taylor Swift is back on Spotify! Das war die dominierende News meiner Twitter Timeline, die ich nur mit mäßigem Interesse überscrollte. Mir hat sie auf dieser großen Musikparty noch nie gefehlt, aber für alle, die sie dort vermisst haben, ist das selbstverständlich etwas erfreuliches. Ich hingegen höre inzwischen lieber das aktuelle Soloalbum von Harry Styles.  Weiterlesen

Als ich tanzte, weil das die besseren Worte waren

Hello Friend

Liebe Annie,

Ich habe nun sehr lange auf das weiße Dokument gestarrt und gewartet, dass meine Finger anfangen, auf der Tastatur die Worte zu tippen, die erklären und ausdrücken, was ich in den letzten Tagen gefühlt habe. Aber ich bin sprachlos und vor allem fassungslos. Auf das, was beim Konzert von Ariana Grande in Manchester passiert ist, kann man sich nicht vorbereiten und erst recht nicht gewöhnen. Es wurde so viel mehr zerstört als auf den ersten Blick zu erkennen wäre. Diese Tränen und Wunden werden sich lange nicht trocknen lassen. Trotzdem war es tröstend zu sehen, wie gemeinsam mit dieser Tragödie umgegangen wurde.
Eigentlich habe ich nur eines zu sagen: Hört auf damit, so grausam zu sein. Hört einfach auf. Man sollte nämlich überhaupt keine Angst haben müssen, dass irgendjemand, den man liebt, nicht mehr nach Hause kommt – egal, wo man hingeht und auf welchem Teil der Erde man lebt. Aber leider ist es nicht so einfach und die Konflikte, die ausgetragen werden, sind weitaus verfahrener und komplizierter. Weiterlesen

Als Internetseiten noch rein statisch waren

Hello Friend

Liebe Annie,

deine letzte Kolumne ergänzt sich mit meinem Text, der damals dazu führte, dass wir mit diesen Briefen begannen. Manchmal treffen wir Entscheidungen, ohne zu wissen, wohin sie uns eigentlich führen. Damals hatte ich tatsächlich ein bisschen Angst davor, dass sich zwischen uns einiges ändern könnte, würde ich einen Schritt zurückgehen – oder besser gesagt, einen Schritt weg von dem, was uns verbindet. Doch du bist diesen Schritt ohne langes Überlegen einfach mitgegangen. Dadurch wurde mir wieder einmal bewusst, dass eine beste Freundin zu haben, mehr bedeutet als nur das gleiche Hobby zu teilen. Dort, wo du bist, wird man auch mich finden.
Es hat mich sehr berührt, denn wir hatten damals wirklich sehr viel Spaß. Andererseits haben wir uns in den ganzen Jahren, die mittlerweile dazwischenliegen, verändert, sodass wir vielleicht gar nicht mehr zu der damaligen Umgebung passen würden. Falls also Hermine mal mit ihrem Zeitumkehrer vorbeikommt, wäre es vielleicht besser, einfach im Jetzt zu bleiben und die Abenteuer zu erleben, die noch auf uns warten.

Trotzdem war auch ich in der letzten Woche ein kleines bisschen nostalgisch veranlagt, denn ich habe mein CD Regal nach meiner ersten selbst gekauften CD durchsucht. Beim Anblick der vielen alten Scheiben, auf die man meine damaligen Lieblingsstücke gepresst hat, kamen mir Erinnerungen, die schon extrem lange zurückliegen. Früher war es quasi eine Auszeichnung eines dieser Alben zu besitzen. Kann man heutzutage, im Zeitalter der Streaming Dienste, überhaupt noch jemanden damit beeindrucken, dass man dieses eine Album eines bestimmten Künstlers hat? Früher gab es den Zugang zu all den vielen Liedern gar nicht, sodass man seinen Musikgeschmack über den Besitz dieser definierte. Weiterlesen

Es riecht nach Regen.

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Foto von Nora Janine Strupp

oder: Ich gehe, um wiederzukommen. Part II

„Hör dem Mann zu!“, sagte meine beste Freundin während des Konzerts und sah mich dabei eindringlich an. Das tat sie immer bei einem dieser Lieder, deren Aussage war, dass man an sich selbst glauben solle. Mir kam es vage bekannt vor. Aber es war jemand völlig unbekanntes, der es dieses Mal erzählte.
KrisKraus sang von rollenden Steinen und dass man derjenige sein könnte, auf den es ankäme. In diesem Moment hat mein Herz endlich wieder etwas verstanden.

Heute ist einer dieser Tage, an denen man die Stunden nutzen kann, um abzuschalten. Ich öffne das Fenster und es riecht nach Regen. Beruhigend monoton prasselt er auf die Straße. Am Bordstein bildet sich ein kleines Rinnsal, das sich einen Weg bis zum nächsten Abfluss sucht. Ich stelle mir immer gerne vor, dass vom Regen alles, was man nicht mehr braucht, – auch ein schlechter Gedanke – einfach weggespült wird. Das trommelnde Geräusch vermischt sich fließend mit dem Rhythmus einzelner Titel der Playlist, die ich leise im Hintergrund laufen lasse. Die dadurch entstehende, gemeinsame Melodie ist das Einzige, das ich bewusst wahrnehme. Ansonsten kommt mir alles wahnsinnig still vor, was ich durch die letzten, ereignisreichen Tage fast gar nicht mehr gewohnt bin. Trotz der melancholischen Szenerie bin ich alles andere als traurig. Nicht mehr. Weiterlesen