Es riecht nach Regen.

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Foto von Nora Janine Strupp

oder: Ich gehe, um wiederzukommen. Part II

„Hör dem Mann zu!“, sagte meine beste Freundin während des Konzerts und sah mich dabei eindringlich an. Das tat sie immer bei einem dieser Lieder, deren Aussage war, dass man an sich selbst glauben solle. Mir kam es vage bekannt vor. Aber es war jemand völlig unbekanntes, der es dieses Mal erzählte.
KrisKraus sang von rollenden Steinen und dass man derjenige sein könnte, auf den es ankäme. In diesem Moment hat mein Herz endlich wieder etwas verstanden.

Heute ist einer dieser Tage, an denen man die Stunden nutzen kann, um abzuschalten. Ich öffne das Fenster und es riecht nach Regen. Beruhigend monoton prasselt er auf die Straße. Am Bordstein bildet sich ein kleines Rinnsal, das sich einen Weg bis zum nächsten Abfluss sucht. Ich stelle mir immer gerne vor, dass vom Regen alles, was man nicht mehr braucht, – auch ein schlechter Gedanke – einfach weggespült wird. Das trommelnde Geräusch vermischt sich fließend mit dem Rhythmus einzelner Titel der Playlist, die ich leise im Hintergrund laufen lasse. Die dadurch entstehende, gemeinsame Melodie ist das Einzige, das ich bewusst wahrnehme. Ansonsten kommt mir alles wahnsinnig still vor, was ich durch die letzten, ereignisreichen Tage fast gar nicht mehr gewohnt bin. Trotz der melancholischen Szenerie bin ich alles andere als traurig. Nicht mehr. Weiterlesen

Als der April Musikliebemomente und neue Namen brachte

Hello Friend

Liebe Annie,

in der Kolumne ist es in den letzten Wochen ein wenig still geworden, was aber nicht daran lag, dass es nichts zu erzählen gab, sondern schlicht und einfach die Zeit fehlte, genau das zu tun. In diesem Brief habe ich die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst.

Der April brachte ein paar Neuerungen mit sich und so war es Zeit für neue Namen. In eingeweihten Kreisen nennt man mich anscheinend nun Laurentius. Wenn ich mir jemals vorstellen könnte unter einem Namen berühmt zu werden, dann selbstredend unter diesem… Oder auch nicht, denn eigentlich gefiel mir Lauretta immer ganz gut und #neinLaura hat doch auch schon einen gewissen Anklang gefunden. Aber so ist das eben mit den Ruf- und Spitznamen: Man kann sie sich leider nicht aussuchen, die Situation bringt sie mit sich.
Du hingegen hast deinem Blog einen neuen Namen und ein neues Design verpasst. So wurde aus Kleinstadthipster kurzer Hand Miss Micropolitan. Die beste der besten findet ihr nun unter folgendem Link: https://missmicropolitan.wordpress.com.
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Froh dabei zu sein.

Poisel

Die ersten Sonnenstrahlen, die durch die Schlitze des Rollladen blitzen. An einem neuen Tag älter und erwachsen werden. Die Hoffnung, alles erleben zu können. Aus dem Fenster auf die noch leeren Straßen blicken. Ein Kuss auf die Stirn und eine Umarmung, die einen dazu verleitet, am liebsten im Bett bleiben zu wollen. Die Geborgenheit spüren. Der Nachbar, der seine Autotüren zuknallt als hätte er mindestens zehn davon. Der Duft von warmen Waffeln, Schokosoße und frisch aufgebrühtem Tee. Sich ausgeschlafen und glücklich fühlen. Der Schlüssel, der nie da liegt, wo man ihn zuletzt gesehen hat. Der Brief, den man erhält und neue Perspektiven schafft. Der Stolz, den man für andere empfindet. Die Frage, ob man alle Zutaten für’s Abendessen zu Hause hat. Weiterlesen

Als ich mich fragte, wer Nils Treib ist

Hello Friend

Liebe Annie,

da wir gestern Abend sehr lange miteinander gesprochen haben, bin ich gar nicht mehr dazu gekommen, diese Kolumne zu schreiben. Aber so schlimm ist das gar nicht, denn somit kann ich diesen Montag nutzen, um einem Mitglied unserer liebsten britischen Familie, den Fletchers, zum heutigen dreijährigen Geburtstag zu gratulieren. Alles Gute, Buzz!

Mit dem Frühling ist in unseren Haushalt seit kurzem ein neues Sportgerät eingezogen. Das Vibrance Board (Vibrationstrainer) unterstützt meinen Fitnessprogramm, indem ich dort mindestens neun Minuten draufstehe und mich in einer hohen Geschwindigkeitsstufe durchschütteln lasse. Es ist ultimativ cool! Noch konnte ich mich zwar nicht dazu motivieren, die Übungen, die die Frau auf dem beigefügten Poster macht, nachzuturnen, aber vielleicht ändert sich das bald. Wie effektiv das dann ist, wird sich hoffentlich noch rausstellen. Weiterlesen

I’m ready for love, 2017!

neujahr

Erst seit drei Tagen schreiben wir an den Rand jeder Seite die Jahreszahl 2017. Oft passiert es dabei, dass einem die letzte Ziffer nicht so leicht von der Hand geht, denn noch ist sie nicht zur Gewohnheit geworden. Dafür wird ausreichend Platz geboten, um mit Motivation, reichlich Elan und Tatendrang guten Vorsätzen nachzugehen. Nichts scheint dagegen zu sprechen, endlich irgendetwas zu tun; oder eben nicht mehr zu tun. Doch, wenn wir ehrlich sind, schaffen es die meisten dieser Vorhaben nicht mal bis zum nächsten Frühling. Und das müssen sie auch gar nicht. Weiterlesen