Eine zweite Chance nach dem Plagiat?

Das Ausgangsproblem

Am Wochenende fand die Love Letter Convention in Berlin statt. Unter den vielen teilnehmenden Autorinnen befand sich in diesem Jahr auch Martina Gercke, die sich dort bei einer Diskussionsrunde mit ihren Werken als Selfpublisherin präsentierte.
Erstmal ist daran gar nichts weiter schlimm und doch erhitzte genau diese Tatsache die Gemüter einiger anwesender und nicht anwesender Blogger, wie man im Artikel auf kielfeder-blog.de nachlesen kann. Hier stellt Ramona die Frage, ob es richtig wäre, nach einigen Jahren zu ignorieren, dass eine Autorin Textstellen für ihren Roman kopierte und „vergessen“ habe, sie wieder zu entfernen.
Ich hatte damals (2012) zwar von dem Fall gehört und auch ein paar Artikel darüber gelesen, mir aber im Nachhinein keine Gedanken mehr gemacht. Um ehrlich zu sein, hatte ich es bis die Diskussion erneut auf ihn gelenkt wurde, sogar komplett vergessen. Ich habe noch kein Buch von dieser Autorin gelesen und werde es mit Sicherheit auch zukünftig nicht machen. Warum? Weil es mich nicht interessiert und mir in den ganzen Jahren, in denen ich meiner Leseleidenschaft schon nachgehe, keines ihrer Bücher inhaltlich ins Auge gefallen ist oder von anderen Lesern vorgeschlagen wurde. Kurz gesagt, sie ist mir als Schriftstellerin nie aufgefallen. Aufgrund all der Kritik auf Twitter, in Blogeinträgen und Kommentaren habe ich dennoch darüber nachgedacht, wie ich generell dazu stehe.
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Rowan Coleman: Zwanzig Zeilen Liebe

»Wow«, sage ich, atemlos vor Glück. »Ben. Das ist er. Das ist der Tag, an dem alles beginnt.« Und irgendwie weiß ich, ganz gleich, was als Nächstes passiert, es wird wunderbar sein. (S. 397)

Zwanzig Zeilen für Hope

Liebe Hope,

in einem Leben mit der Krankheit Mukoviszidose gibt es keine Auszeit. Es ist keine Wohnung, die man abschließen und ein paar Tage verlassen kann, um Urlaub zu machen. Man nimmt es immer mit. Nichts ist naheliegender, als sich zu wünschen, „normal“ zu sein. Aber sind wir mal ehrlich, was ist denn schon normal? Normalität ist nicht das, was andere uns vorgeben. Die Medikamente, die Atemübungen, die Vorsicht und die Angst – das ist ein Teil deines Lebens und normal für dich. Bis auf den Zwischenfall, wegen dem du zur Genesung im Hospiz gelandet bist, hat es bisher doch ganz gut funktioniert.

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