Ich habe ihn geliebt.

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„Im Endeffekt ist es pure Zeitverschwendung für dich“, sagt ein Freund, dem ich gerade eine aktuelle Situation aus meinem Leben geschildert habe, und widmet mir dabei einen vielsagenden Blick.
„Es ist nicht schlimm, wenn du deine Vorstellungen in Sachen Liebe hast und diese noch nicht erfüllt wurden“, erklärt er weiter, „Es ist auch vollkommen in Ordnung, den Hoffnungen, die er sich macht, nicht nachgeben zu wollen.“
Er hat es auf den Punkt gebracht, denn eigentlich will ich diesen Typen, der derzeit versucht meine Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, gar nicht. Zumindest nicht so, wie ich jemand anderen mal gewollt hätte.

Die Liebe ist wahrscheinlich das Thema, über das wir mit Bekannten oder besten Freunden am häufigsten sprechen. ‚Wer mit wem‘ dominiert die Klatschspalten der Zeitungen und Internetportale. Eine Datingkolumne eines Lifestylebloggers jagt die nächste, wenn es mal wieder nicht funktioniert hat. Ich habe mit dem Schreiben angefangen, weil ich liebte und schließlich liebte ich das Schreiben. Romane und unendlich viele Texte werden verfasst, um dieses Thema in all seinen Facetten zu ergründen.
Was ist es, das den Unterschied ausmacht zwischen einem Interesse, das möglichweise schnell wieder verschwindet, und dem Verliebt sein?
Wann ist man wirklich verliebt?
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Was wäre, wenn…

Was wäre, wenn du mit all deinen männlichen Lieblingscharakteren befreundet wärst?
Diese Frage hat Henrik mir heute Morgen gestellt und sie hat mich den ganzen Tag nicht losgelassen.

Eigentlich mag ich keine Fragen, die mit Was wäre wenn… anfangen, denn meistens stellt man sie, um eine unzufriedenstellende Situation anhand einer Traumvorstellung zu verdeutlichen.
Was wäre, wenn etwas anders wäre? Was wäre, wenn ich meinen Traum leben würde? Was wäre, wenn ich glücklich wäre?
Fragen, auf die man nur schwer eine Antwort findet, weil man auf ein unbestimmtes Szenario blickt, das sich dem eigenen Einfluss entzieht – weil es zu ungenau ist, zu spät oder einfach nicht möglich.
Doch in diesem Fall ist es anders und für die Beantwortung habe ich mir gerne Zeit genommen, um gründlich nachzudenken. Weiterlesen

Zwischen der Zeit

Es ist drei Uhr morgens und ich sitze mit einer Tasse warmem Tee am Fenster. Ich betrachte die leere Straße vor mir, die nur von den Laternen beleuchtet wird. Es ist ein vertrautes Bild, denn diesen Ausblick habe ich schon zu jeder Jahreszeit gesehen. Als Kind habe ich sie mit bunter Kreide verschönert. Dort habe ich Fahrrad und Inliner fahren gelernt und mir das erste Mal mein Knie aufgeschürft, als ich mit den Jungs Fußball spielte. Die Narbe sieht man heute noch. Es ist die Straße, auf der ich Freunde gefunden habe, mit denen ich eine unbeschwerte Kindheit genießen konnte. Weiterlesen